Zeitungsmeldungen

... eignen sich häufig als konkrete Einstiege in ein Thema, weil sie keine "erdachten Geschichten" sind wie in vielen Mathematikaufgaben, sondern "Geschichten, die das Leben schrieb". Auch wenn sie nicht ganz aktuell sind, so haben sie doch einen hohen Realitätsgehalt - "so ist es wirklich geschehen".

Auf der download-Seite biete ich Kopien von Meldungen verschiedener Tageszeitungen an, die für den Chemieunterricht interessant sein können: Unfälle aller Art machen hierbei den Hauptteil der Meldungen aus. Nahezu grenzenlos häufig wird über  "Schwarzpulver-Unfälle" berichtet, aber auch über CO- und CO2-Unfälle...

Quellen: die meisten Berichte stammen aus zwei der Tageszeitungen, die ich meist lese -

HZ bedeutet "Hersfelder Zeitung" (www.hersfelder-zeitung.de)
FR bedeutet "Frankfurter Rundschau" (www.fr-aktuell.de)

Tödliche Kohlenheizungen
PARIS, 5. November (dpa). Durch giftiges Kohlenmonoxyd aus Kohlenheizungen sind seit Donnerstag in Frankreich und Belgien zwölf Menschen ums Leben gekommen. Am Freitag vormittag wurde aus der belgischen Stadt Verviers der Tod von zwei Frauen im Alter von 39 und 61 Jahren gemeldet. Das heiomtückische, weil farb- und geruchlose Gas hatte sich in den vergangenen Tagen nach einem Wetterumschwung in kohlenbeheizten Wohnungen entwickelt.
Andere Opfer waren zuvor unter anderem aus dem belgischen Gent sowie aus dem französischen Lilie bekannt geworden. Auch im Pariser Vorort Montrouge waren zwei Tote durch Kohlenmonoxyd zu beklagen. Nacn Meinung von Experten sind auch defekte oder schlecht gewartete Öfen für die Ausbreitung des Gases verantwortlich. Am stärksten betroffen ist der unter einer dichten Nebelglocke liegende Nordosten Frankreichs nahe der belgischen Grenze.

(Frankfurter Rundschau vom 06.11.1993)

Kohlenmonoxid
Familie schwer vergiftet
Essen (dpa). Durch Gase aus einem Kohleofen erlitten am Samstag abend in einer Wohnung in Essen-Frillendorf sieben Menschen, darunter zwei fünf- und siebenjährige Kinder schwere Vergiftungen. Beim Eintreffen der von Nachbarn alarmierten Feuerwehr und Polizei in der Wohnung im dritten Obergeschoss waren die Bewohner zum Teil nicht mehr ansprechbar, berichtete die Polizei am Sonntag. Lediglich ein drei Monate alter Säugling zeigte keinerlei Vergiftungserscheinungen. Die Bewohner wurden sofort in Krankenhäuser gebracht und sind nach Angaben der Polizei inzwischen außer Lebensgefahr. Nach den bisherigen Ermittlungen hatten offenbar auf Grund der Wetterlage die Kohlenmonoxidgase aus dem Ofen nur unzureichend entweichend können.

(Hersfelder Zeitung, 29.08.1988)
 

Zehnköpfige Familie starb durch Heizungsabgase
CHICAGO, 10. November (AP). Eine zehnköpfige Familie ist in ihrem Haus in Chicago offenbar an einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid gestorben. Nachdem die Eltern und acht Kinder am Freitag tot aufgefunden worden waren, stellte sich bei ersten Ermittlungen heraus, dass offenbar eine defekte Heizanlage zu dem Familiendrama führte. Die Eltern sowie ihre vier Töchter und vier Söhne im Alter zwischen 11 und 25 Jahren trugen Schlafanzüge, als sie ein Nachbar tot auffand.

(Frankturter Rundschau, 11.11.1991)
 

Familie im Schlaf erstickt
BREMERVÖRDE, 10. März (AP). Bei einem Feuer in ihrem Haus sind alle vier Mitglieder einer Familie in Bremervörde am Wochenende im Schlaf erstickt. Wie die Polizei berichtete, erlitten ein Ehepaar im Alter von 49 und 50 Jahren sowie ihre beiden 22 und und 25 Jahre alten Söhne eineKohlenmonoxidvergiftung. Die Küche des Einfamilienhauses brannte aus und qualmte dabei stark. Die Feuerwehr konnte das verräuchertete Haus nur mit Atemschutzgeräten betreten.

(Frankfurter Rundschau, 11.03.1991)

Tödliches Grillfeuer in der Gartenhütte
Rauchvergiftung
Ein  46jähriger  Mann  ist   am   Sonntag  in  einer  Gartenhütte  nahe   der  Rossittener   Straße   an   einer Rauchvergiftung gestorben. Seine 44jährige Frau wurde bewusstlos in die Druckkammer der Berufsfeuerwehr gebracht und dort mit Erfolg therapiert. Der 17jährige Sohn berichtete der Polizei, seine Eltern hatten die Nacht zum Sonntag in ihrer Gartenhütte in der Anlage Taunusgärten verbracht und den Raum mit einem offenen Holzkohlengrill geheizt. Die Kohlenoxidgase haben den Sauerstoffgehalt in der Hütte aufgebraucht. Als der Sohn am Sonntag gegen 15.30 Uhr die Hütte betrat, lag seine Mutter reglos auf dem Bett und der Vater leblos auf dem Boden. Der Notarzt konnte dem aus Portugal stammenden 46jährigen nicht mehr helfen. Zur exakten Feststellung der Todesursache soll die Leiche auf Antrag der Staatsanwaltschaft obduziert werden.

(Frankfurter Rundschau, 14.11.1995)
 

Höhlenabenteuer endete tödlich
Neun Menschen erstickten in altem Stollensystem
ROUEN, 22. Juni (dpa). Die Suche nach dem Abenteuer in einem alten Stollensystern der deutschen Wehrmacht nahm am Donnerstag für drei französische Jugendliche und ihre Retter ein tragisches Ende. Insgesamt neun Menschen kamen dabei in Monterolier bei Buchy (Nordfrankreich) ums Leben, darunter die drei Jugendlichen im Alter von  13 und  14 Jahren. Die Opfer starben an einer ungewöhnlich hohen Konzentration von Kohlenmonoxid, die zunächst irrtümlich auf ein von den Jugendlichen entfachtes Feuer zurückgeführt worden war. Das Höhlensystem war im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Besatzungsarmee auf über tausend Meter Länge für die Lagerung ihrer V-1-Flugbomben ausgebaut worden. Die drei Jungen hatten schon mehrfach Ausflüge in die Höhle unternommen. Als sie am späten Mittwoch abend nicht nach Hause kamen, machte sich der Vater eines der Kinder auf die Suche. Da auch er nicht zurückkehrte, rückte ein Rettungstrupp der Feuerwehr gegen Mitternacht an. Seine Mitglieder bemerkten das geruchlose und rasch wirkende tödliche Gas jedoch offenbar zu spät. Ein Notarzt, drei Feuerwehrleute sowie ein hilfsbereiter Ortskundiger aus der Region brachen zusammen, der Rest rettete sich Hals über Kopf ins Freie. „Nichts ließ auf die Gegenwart von Kohlenmonoxid im Innern der Höhle schließen, was diese schrecklichen Verluste an Menschenleben erklärt", sagte der Präfekt der Region Haute-Normandie, Jean-Paul Proust. Die
Behörden mussten zuerst das Stollensystem lüften lassen, in dem nach Rundfunkangaben eine Konzentration des tödlichen Gases von 40 Prozent gemessen wurde.

(Frankfurter Rundschau, 23.06.1995)

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Quelle: www.fundgrube-physik-chemie.de